Wer jetzt im heißen Sommer nach einer Abkühlung sucht, kann sich in „Rain World“ in eine düstere Unterwelt zurückziehen. Ob das Abenteuer spielerisch überzeugen kann, lest ihr im folgenden Test.

Ein Labyrinth voller Gefahren

Im Survival-Abenteuer „Rain World“ schlüpft der Spieler in die Rolle einer seltsamen Mischung aus Katze und Nacktschnecke, was gleichzeitig putzig und etwas schräg aussieht. Als dieses Wesen bei einem Unwetter seine Familie verliert, findet es sich in einem unterirdischen Labyrinth wieder. In dieser unwirtlichen Umgebung lauern hinter jeder Ecke Gefahren.

Während der Spieler sich langsam Spielabschnitt für Spielabschnitt nach vorne tastet, laufen ihm beispielsweise echsenartige Figuren über den Weg, die je nach Farbe unterschiedliche Stärken haben. Die pinke Echse greift einen nämlich nicht immer direkt an, die grüne stellt dagegen eine ernstzunehmende Bedrohung dar, der man lieber aus dem Weg gehen sollte. Das ist teilweise gar nicht so einfach, da die Spielfigur immer mal wieder nicht in den Durchgang klettert, durch den man fliehen will, sondern stattdessen in ein einfaches Loch, wo man in der Falle sitzt. Zudem bleiben die Wesen nicht in dem Spielabschnitt, wo man auf sie trifft, sondern können wie der Spieler selbst durch Röhren das Gebiet wechseln. Rein theoretisch lässt sich den zahlreichen Feinden auch Schaden zufügen, indem man sie mit allen möglichen Gegenständen bewirft, das klappt jedoch aufgrund der etwas fummeligen Steuerung nur in den seltensten Fällen.

Das harte Leben einer Katzenschnecke

Auch die Katzenschnecke selbst muss natürlich fressen, um nicht zu verhungern und so wird die Jagd nach Fledermäusen und Früchten zu einer ganz wesentlichen Aktion im Überlebenskampf. Dafür hat man jedoch nur begrenzt Zeit, denn nach einer bestimmten Zeit prasselt ein tödlicher Regen auf die Spielwelt herab und die einzige Chance zu entkommen, ist ein Winterschlaf im wasserfesten Bunker.

Diese Nickerchen sind teilweise auch nötig, um in den nächstgelegenen Bezirk zu kommen, da sich nur dann das entsprechende Tor öffnet. Das macht es allerdings umso ärgerlicher, wenn man stirbt, denn dann muss man vom letzten Winterschlaf ausgehend alles erneut schaffen und eventuell auch erneut übernachten. Durch die ständige Gefahr, vom Regen erwischt zu werden, fühlt man sich beim Erkunden der interessanten Spielwelt zudem ständig unter Druck gesetzt. Damit stellt sich „Rain World“ leider selbst ein Bein, denn obwohl die Welt grundsätzlich sehr zum Erkunden einlädt, versucht man im Zweifelsfall lieber möglichst schnell von einem Bunker zum nächsten zu kommen.

Technik

Die technische Umsetzung von Rain World ist die größte Stärke des Spiels. Die 16-Bit-Grafik bringt im Zusammenspiel mit den bedrohlich aussehenden Gegnern und den tristen Hintergründen perfekt die trostlose Atmosphäre rüber. Die musikalische Untermalung ist währenddessen die meiste Zeit bis auf gelegentliches Wasserplätschern ruhig, wirkt jedoch umso dramatischer, wenn auf einmal Gegner auftauchen oder der tödliche Regen näherkommt.