Media Molecule war schon immer darauf bedacht, dass Spieler in irgendeiner Form etwas selbst erschaffen konnten in ihren Spielen. Diese Grundidee findet jetzt ihren vorzeitigen Höhepunkt mit „Dreams“. Auf der EGX Berlin durften wir erste Spielideen ausprobieren und auch den Creator-Modus antesten. Unseren Ersteindruck zu diesem sehr schwer zu fassenden Titel, lest ihr im Folgenden.

Spielen ohne Grenzen

„Dreams“ ist grundsätzlich in das Spielen und das Kreieren aufgeteilt.  Zunächst durften wir ersteres anhand verschiedener Spiele ausprobieren. Jeder Titel ist komplett mit den Tools aus dem Creator-Modus entstanden und sie sollen dann später auch als Beispiele in der Vollversion bereitstehen. Jede einzelne Kreation hat aber vor allem eines gezeigt: es gibt keine Grenzen. Jedes Spiel hat ein komplett anderes Genre bedient und von der kleinen Minispiel-Sammlung über einem 2D-Jump ‘n‘ Run, das mittendrin zur 3D-Ansicht wechselt, bis hin zum Dogfight-Simulator sind der Vorstellung keine Grenzen gesetzt. Die Spiele sind sehr unterschiedlich und genau das macht sie eben auch aus. Die bisherigen Level waren aber allesamt doch recht klein und man konnte maximal fünf Minuten pro Spiel verbringen. Aber das ist auch nicht unbedingt schlimm, denn ganz am Ende wird es sowieso darum gehen, einfach so viele verschiedene Spiele wie nur möglich spielen zu können. Zudem wird mit der Zeit immer mehr Hochwertigeres geboten, da der Fantasie wirklich keine Grenzen gesetzt sind. Allein die jetzt schon gezeigten Spiele waren so überraschend und kreativ umgesetzt, dass man einfach nur gespannt sein kann, was Spieler mit den zahlreichen Tools kreiieren werden.

Story-Modus

Was wir noch nicht sehen konnten, ist der Story-Modus. Um den Spieler langsam an das Spiel heranzuführen, gibt es eine Geschichte mit drei Kapiteln, die unterschiedliche Genres von Point and Click-Adventure über Jump ‘n‘ Run bis hin zu Action bedienen. Die einzelnen Kapitel sind dabei verbunden durch einen Piano-Spieler. Wie genau die Geschichte ausfällt, können wir aber nicht wirklich sagen, dennoch kann man sich sicher sein, dass es eine kurzweilige Einführung in die Welt von „Dreams“ sein wird.

Unglaublich

Das Herzstück ist aber ganz klar der Creator-Modus. Es ist schwierig in Worte zu fassen, was einen darin erwartet. Es gibt unglaublich viele Tools, die man einzeln durch Tutorials innerhalb des Spiels wirklich erlernen muss. Jedes Werkzeug hat viele verschiedene Unterebenen und es ist so umfangreich, dass zeitlich bei der Präsentation gerade einmal ein Bruchteil gezeigt werden konnte. Einen tieferen Einblick haben wir deshalb vor allem in das Musik-Tool bekommen. In diesem kann man seine ganz eigene Hintergrundmusik, aber auch Soundeffekte und so viel mehr erstellen. Zusätzlich stehen auch Presets unterschiedlichster Genres zur Verfügung und man kann sogar jedes einzelne Instrument selbst ansteuern und spielen. Sehr interessant dabei ist auch, dass es gleich zwei Ansätze gibt, um Musik zu erstellen. Professionell geht es beim Kreieren der Musik durch Setzen einzelner Töne in einer Zeitleiste zu, aber man kann auch einen spielerischen Ansatz auswählen. Per Bewegung mit dem Controller und dem Drücken verschiedener Knöpfe können Noten und Oktaven ausgewählt sowie aufgenommen werden. Allein dieses Tool ist schon so tiefgehend, dass man damit mehrere Stunden allein verbringen kann und davon gibt es noch dutzende weitere, die ebenfalls genauso viele Ebenen haben. Zudem kann man dann über Knotenpunkte alles miteinander verbinden, wodurch sich am Ende ein fertiges Spiel ergibt, bei dem man alles selbst von den Modellen zur Kamera bis hin zu den Mechaniken des Gameplays gestaltet hat. 

Teilen macht Spaß

Es ist einfach unglaublich, was Media Molecule da auf die Beine gestellt und die Idee eines LittleBigPlanets einfach ins Unendliche multipliziert hat. Um ein so komplexes System zur Verfügung zu stellen, muss man aber auch einige Kompromisse eingehen. Deshalb ist die Steuerung zum Beispiel sehr komplex mit verschiedenen Shortcut-Knöpfen und Tastenkombinationen ausgestattet, wodurch man einige Zeit braucht, um sich wirklich alles einzuverleiben. Zudem funktioniert das Auswählen der Menüs und das Steuern des Cursors nur über die Bewegungssteuerung per DualShock 4. Das könnte einige abschrecken, funktionierte aber bei uns tadellos und sorgte für eine schnelle Bedienung des Cursors. Im fertigen Spiel wird man auch die Move Controller dafür verwenden können, was vor allem für das Modellieren der eigenen 3D-Modelle von Vorteil sein könnte. Interessant ist aber auch der Ansatz des Teilens von allem, was in „Dreams“ kreiert wurde. Man kann nicht nur fertige Spiele mit der ganzen Welt teilen, sondern auch einzelne Elemente. Egal ob Musik, 3D-Modelle, Gameplay-Mechaniken, Effekte oder so viel mehr – man kann wirklich alles jedem Spieler über die Internet-Funktion zur Verfügung stellen. Ganze Entwickler-Teams könnten in „Dreams“ dadurch entstehen, in dem jeder eine andere Rolle in der Entwicklung des Spiels übernimmt. Zudem kann man mit bis zu vier Spielern gleichzeitig lokal ein Spiel erstellen, was aber sehr schnell für viel Verwirrung sorgen könnte.