Nachdem das letzte Need for Speed eher enttäuschend war, feiert in diesem Jahr „Burnout Paradise“ sein zehnjähriges Jubiläum. Passend dazu gibt es ein Remaster, das zeigt, wie ein Arcade-Rennspiel mit offener Welt auszusehen hat. Warum das Spiel auch heute noch vollkommen überzeugt, zeigt die folgende Review.

Take me down to the Paradise City, again

„Burnout Paradise“ ist in der komplett ausgedachten Stadt Paradise City angesiedelt und bietet einen offenen Spielplatz bestehend aus einer Werft, einer Innenstadt, Wohnsiedlungen sowie den ländlichen Gebirgen. Im Remaster wurde direkt der DLC Big Surf Island hinzugefügt, was dafür sorgt, dass man auch das Urlaub- und Stunt-Paradies von Beginn an befahren darf. Dadurch ergibt sich ein recht großer Spielplatz, bei dem man mehrere Sachen zum Entdecken hat. Ziel ist es, die Burnout-Lizenz zu ergattern. Dafür muss man immer eine bestimmte Anzahl an Events gewinnen, um eine Stufe aufzusteigen. Diese gibt es an jeder Kreuzung der Stadt und sind unter anderem Rennen, Stunt-Rennen, Marked Man oder Road Rage.

Acht Wahrzeichen

In jedem davon geht es darum, möglichst schnell Punkte oder Takedowns zu machen oder von einem Punkt zum anderen zu kommen. Bei letzterem ist dann auch der größte Kritikpunkt an „Burnout Paradise“ versteckt. Denn es gibt insgesamt nur acht Orte, die als Ziel in jeder Mission dienen können. Diese sind besondere Wahrzeichen der Städte und aufgeteilt in den acht Richtungen eines Kompass. Dadurch, dass die Missionen immer eine ungefähre Länge von vier bis sieben Kilometer haben, wird man sehr oft in den Westen der Karte geschickt, da es mehr Kreuzungen im Osten gibt. Darunter leidet die Abwechslung leider enorm, was auch daran liegt, dass man nach jedem Lizenz-Aufstieg die alten Events erneut spielen kann und diese auch als neue Events wieder auf der Karte angezeigt werden. Deshalb kann es sehr oft sein, dass man gerade in der Stadt wieder an kommt und dann im nächsten Event wieder in die westlichen Berge muss.

Kein Rennen gleicht dem anderen

Das macht das Spiel dann aber wieder wett, denn Paradise City bietet unglaublich viele Abkürzungen. Auch wenn die Ziele immer die gleichen sind, so kann man seinen Weg komplett selbst bestimmen. Es gibt zwar einen bereits ganz guten vorgegebenen Weg, aber Abkürzungen über Schotter-Wege, Eisenbahnschienen oder Rampen machen das Ganze erst wirklich interessant. Dadurch ähnelt die Fahrt fast nie der vorigen und auch die Gegner nehmen gerne ganz unterschiedlich Wege, die mal schneller, mal langsamer sind. Dadurch ist die Stadt so faszinierend, während man spielt. Sie bietet komplett abwechslungsreiche Orte und an jeder Ecke gibt es was zu entdecken. Zum Sammeln gibt es dann noch extra Sprungrampen, Tore und Werbetafeln, durch die man fahren kann. Dadurch hat man auch abseits der Events immer irgendwas zu tun. 

Purer Spaß

Sowieso steht bei „Burnout Paradise“ eine Sache im Vordergrund: der Spielspaß. Egal, was man gerade macht, es fühlt sich einfach immer gut an. Sei es das Driften um die Kurven, das Boosten durch die Stadt oder der nächste Takedown, der kurz durch einen Schwenk der Kamera inszeniert wird. Selbst letzteres fühlt sich nicht so aufgesetzt an, wie bei manch anderen Vertretern. Criterion hat es damals schon geschafft, den schmalen Grat zwischen nervig und cool inszeniert perfekt zu gehen und auch zehn Jahre später hat sich daran nichts geändert. Natürlich ist das Ganze komplett unrealistisch aber gerade das macht das Spiel so spaßig. Wäre es auch nur ein wenig mehr Simulation, wäre enorm viel vom Spielspaß und der Faszination verloren gegangen.

Ganz viel DLC direkt dabei

Im Remastered kommt dann noch der ganze DLC dazu, der neben der Insel, die einige Events und Sammelbares bietet, noch einen ganzen Haufen neuer Offline-Party-Modi, Autos der verschiedensten Klassen sowie Bikes beinhaltet. Dadurch bekommt man wirklich viel geboten und ist auch lange genug damit beschäftigt. Vor allem Trophäen-Jäger dürfen sich auf fast 100 neue digitale Achievements freuen. Solange man nicht echte Auto-Lizenzen erwartet, wird man mit „Burnout Paradise” bestens unterhalten sein. Ein besonderer Spaß ist auch der Online-Mehrspieler, in dem man seine eigenen Events machen kann oder sich einfach mit bis zu sieben weiteren Spielern trifft, um frei durch Paradise City zu fahren. 

Zehn Jahre später

Wichtig bei einem Remaster ist auch immer die Umsetzung auf die neue Konsole. Selbstredend erreicht das Spiel stets die 60 FPS und wurde um viele optische Elemente erweitert, die man heute nicht mehr missen möchte. Man merkt zwar, dass das Spiel schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, kann sich aber trotz allem auch mit einem „Need for Speed Payback“ messen, das optisch letztes Jahr doch enttäuschend war. Erfreulich ist auch, dass der lizenzierte Soundtrack erneut den Weg in das Spiel geschafft hat und jeder einzelne Song aus dem Original erneut zu finden ist. Das ist keine Selbstverständlichkeit und wurde in der Vergangenheit nur selten umgesetzt. Auch DJ Atomika, der berühmte EA Radio-DJ tut sein Bestes, um neben den Songs das Geschehen durch zwar etwas übertriebene, aber auch passende Sprüche zwischen den Events aufzuheitern.