In einem Interview mit der Seite Polygon spricht Produzent Tsuyoshi Kanda über die Veränderungen, die nötig waren, damit das Remake von Resident Evil 2 den heutigen Ansprüchen gerecht wird.

So ist seiner Meinung nach das damalige Aussehen von Leon, mit den Schulterpolstern, sehr unnatürlich in der neuen, sehr real aussehenden Grafik. Sie waren ein symbolisches Design in einem Polygon-Look. Mit dem neuen Design sieht er eher wie ein Anfänger bei der Polizei aus und man würde ihn nicht zweimal auf der Straße anschauen. Er erklärt, dass die Zugänglichkeit für Spieler, die nur aktuelle Spielmechaniken kennen, sinnvoll ist, da man heute bestimmte Standards als Spieler erwartet. Darunter fällt die Leichtigkeit in der Bewegung des Charakters, das Zielen und das Steuern der Kamera. Man möchte sich aber auch nicht als Shooter sehen, da bei Resident Evil 2 die Kontrolle der Waffe schwieriger ist und man so durch die Herausforderung des Zieles eine Panik in dem Spieler auslösen möchte, die den Horror-Aspekt des Spiels zugutekommt. Er weist auch darauf hin, dass man beim Entwickeln von modernen und barrierefreien Spielen nicht automatisch ein schnelles Actionspiel erstellt.

Er erklärt außerdem, dass man durch die Third-Person-Ansicht in Resident Evil 2, anders als in Resident Evil 7, zwar einen anderen Blickwinkel hat, trotzdem dieses Gefühl von Klaustrophobie nicht verloren geht. Durch die Veränderung des Kamerawinkels und der freien Kamera könnte man nicht mehr auf bestimmte Tricks zurückgreifen, die Dinge im selben Raum verbirgt. Kanda erklärt aber, dass durch den Kegel der Taschenlampe, durch Rauch oder durch Korridor-Ecken immer noch Dinge nicht einsehbar sind und so ein Unbehagen im Spieler ausgelöst wird. Einer der Vorteile der Third-Person-Perspektive sei auch die 360-Grad-Hör-Erfahrung. Durch sie bekommt man ein Gefühl für die Richtung eines Zombie-Stöhnens oder eines Monsterschreis. Und das bringt die Horror-Atmosphäre auf ein Niveau, das sie mit einer festen Kamera nicht erreichen konnten.

Er spricht auch das Re-Design der Zombies an, da die damaligen, nach dem George Romero Vorbild gestalteten Zombies, heutzutage sehr Standard geworden sind und man so an sie gewöhnt ist, dass man nicht mehr Angst vor ihnen hat. Kanda erklärt, dass sie hart an den Bildern und der Physik der Zombies gearbeitet haben. Man soll nach bestimmten Körperteilen streben, um der Gefahr zu entkommen. Durch den echten Kugelschaden und das verlieren von Körperteilen hat man so mehr Möglichkeiten. Auch das ändern der Kamera, wenn man von einem Zombie gepackt wird, soll ein Gefühl von enge erzeugen und der Angst, dass man ihnen nicht entkommen kann.

Er verteidigt auch die Action-basierten Teile Resident Evil 5 und Resident Evil 6, da diese immer noch Horror als Basis haben. Es wäre Platz für beide Ausrichtungen in dem Franchise Resident Evil, die Action-lastige und die Survival-Horror-lastige. Mit Resident Evil 7 hat man auch gesehen, dass ein Resident Evil-Teil sogar ganz ohne Zombies auskommen kann und man trotzdem eine intensive Horror-Erfahrung erhält.

Resident Evil 2 erscheint am 25. Januar 2019 für PS4, PC und Xbox One.